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Digitalisierung ist eine tolle Chance

Radiopreisgewinner Johannes Ott im Gespräch

NAC: Hallo Herr Ott, vielen Dank, dass Sie uns zu einem kurzen Interview zur Verfügung stehen. Natürlich wollen wir zum erneuten Gewinn des deutschen Radiopreises gratulieren. (Link zur offiziellen Website) Dazu direkt die Frage: Was bedeutet dieser Preis für Sie und Radio Gong München und was können wir hier in der Zukunft noch erwarten?

JO: Wir freuen uns sehr über die erneute Auszeichnung der Grimme-Jury. Bereits im vergangenen Jahr haben wir den Preis ja für die beste Innovation erhalten. Dass ein Lokalsender auch in der Kategorie "Bestes Nachrichten- und Informationsformat" die Jury überzeugen konnte, freut uns um so mehr. Die Auszeichnung zeigt, dass auch private Sender den Hörern kompetente und seriöse Inhalte vermitteln können.

NAC: Wir als Partner für die digitale Verbreitung interessieren uns natürlich besonders welche Rolle IP-Audio als Verbreitungsweg dabei für Sie spielt?

JO: Beim ausgezeichneten Format handelte es sich ja um einen Erste-Hilfe-Crash Kurs im Radio. Die Idee: Mit nur einer Stunde Radio hören, sollten die Hörer zu Lebensrettern ausgebildet werden. Den Zeitpunkt der Ausstrahlung haben wir ganz bewusst auf Sonntagabend 18 Uhr gelegt, da hier sicher mehr Menschen Zeit haben sich darauf einzulassen, als unter der Woche. Als Programmmacher fragt man sich dann aber natürlich: Haben wirklich Hörer zugeschaltet, um sich den Erste-Hilfe-Kurs anzuhören? Ja – haben Sie! Dank IP-Audio hatten wir einen klaren Nachweis darüber.

NAC: Sie gehörten zu den ersten StreamOn Partnern. Auch bei Apps und Alexa-Skills sind Sie gut aufgestellt. Machen Ihnen diese neuen Plattformen und Interfaces Freude?

JO: Die Digitalisierung ist eine tolle Chance für Radio. Über die APP verteilen wir kostenlose Radiogeräte und sind da, wo auch unsere Hörer sind: Auf dem Smartphone! Der Trend zur Sprachsteuerung und Sprachassistenten ist für Radio perfekt: Wir machen seit Jahren das, was in Zukunft eine große Rolle spielt: Inhalte verdichten und in Audio umwandeln. Auch Podcast ist am Ende Radio!

NAC: Wo sehen Sie als Programm-Verantwortlicher die Chancen von IP-Audio als Verbreitungsweg und wo die Lücken die es zu schließen gilt?

JO: Viele Sender bieten schon heute ein breitgefächertes Angebot, das über IP Audio verbreitet wird. Wir sind mit unseren Channels und Streams via Apple Carplay auch schon in den Autos vertreten. Was fehlt ist die Netzstabilität. Noch immer ist Deutschland hier im Vergleich zu anderen Ländern rückständig. Die Politik muss den Ausbau von schnellem, flächendeckendem Internet beschleunigen.

NAC: Zum Schluss noch eine eher fiktive Frage: Wenn Sie sich für die Entwicklung des Radios etwas wünschen könnten, was wäre dann an erster Stelle ihres Wunschzettels?

JO: Eine gute Frage. Aktuell wünsche ich mir, dass junge Menschen das Radio auch wieder als spannende Karrierechance sehen. Aktuell sehen viele junge Menschen ihre Zukunft auf Instagram, Youtube & Co. Allerdings ziehen diese Plattformen guten Content – entlohnen die Content Lieferanten im Verhältnis aber richtig schlecht, da es ja nur ganz wenige schaffen dort wirklich groß raus zu kommen. Deshalb mein Appell an junge Menschen: Bringt eure Ideen und eure Kreativität beim Radio ein. Radio hat Zukunft und am Ende jedes Monats gibt es verlässlich einen Gehaltsscheck!

NAC: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg für Sie und Radio Gong!

Bildrechte: Mit freundlicher Genehmigung von Radio Gong 
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